"Göttliche" Zitate

Feigheit

Rudolf von Delius

Religion ist Feigheit vor dem Schicksal. Nichts weiter.

Empfindlichkeit

Kurt Tucholsky

So etwas von Empfindlichkeit war überhaupt noch nicht da. Ein scharfes Wort, und ein ganzes Geheul bricht über unsereinen herein: Wir sind verletzt! Wehe! Sakrileg! Unsere religiösen Empfindungen…

Und die unseren-? Halten Sie es für richtig, wenn fortgesetzt eine breite Schicht des deutschen Volkes als "sittenlos", "lasterhaft", "heidnisch" hingestellt und mit Vokabeln gebrandmarkt wird, die nur deshalb nicht treffen, weil sie einer vergangenen Zeit entlehnt sind? Nehmt ihr auf unsere Empfindungen Rücksicht? Ich zum Beispiel fühle mich verletzt, wenn ich einen katholischen Geistlichen vor Soldaten sehe, munter und frisch zum Mord hetzend, das Wort der Liebe in das Wort des Staates umfälschend – ich mag es nicht hören. Wer nimmt darauf Rücksicht?

Dummes Volk

Synesius von Cyrene, Bischof um 400

Das Volk will durchaus, daß man es täusche, man kann auf andere Weise gar nicht mit ihm verkehren… Ich meinesteils werde stets Philosoph sein für mich, aber Priester in bezug auf das Volk.

Gott spricht nicht mit Menschen

Paul Schulz, Pastor
(Frankfurter Rundschau 2. 2. 1979)

Nirgends und nie hat je eine Gott-Person auf die Menschen herabgeredet. Es gibt keinen einzigen Satz, kein einziges Wort, das als von Gott aus einer anderen Wirklichkeit gesagt benannt werden könnte. Wo und wann immer Menschen behauptet haben, das Wort Gottes zu besitzen, ist dies nicht aus dem Jenseits geredetes Wort, ist nicht Kundmachung einer ganz anderen Wirklichkeit. Offenbarung als Behauptung einer unantastbaren, irrtumsfreien Willenskundgebung aus einer anderen Welt, gleichsam als Botschaft aus dem Jenseits, ist eine theologische Fiktion… Vielmehr: Alles Reden von Gott ist immer Reden des Menschen über Gott, auf Gott zu.

Der Autor aller Worte Gottes ist immer der Mensch selbst. Wenn es heißt Gott hat gesagt, dann bedeutet das: Der Mensch hat gesagt, Gott habe gesagt … Selbst die Bibel ist nicht Gottes Wort im Sinne einer Offenbarung aus einer anderen Wirklichkeit. In der Bibel hat nicht eine Gott-Person ihre Gedanken, ihre Vorstellungen und Anweisungen in unsere Welt hineingesagt. Die wissenschaftliche Erforschung der Bibel in den letzten 150 Jahren hat gezeigt, wie sowohl im Alten Testament als auch im Neuen Testament Satz für Satz von Menschen gesprochen worden ist. Es lässt sich nicht ein einziger Satz als von jenseits geoffenbartes Wort ausmachen. Diese Kritik spitzt sich zu auf eine zweite These. Sie lautet: Redet der Mensch von Gott, dann redet er von sich selbst …"

Gespräch anno 33

Schopenhauer

A: Wissen Sie schon das Neueste?

B: Nein. Was ist passiert?

A: Die Welt ist erlöst.

B: Was Sie sagen.

A: Ja. Der liebe Gott hat Menschengestalt angenommen und sich in Jerusalem hinrichten lassen; dadurch ist nun die Welt erlöst und der Teufel geprellt.

B: Ei, das ist ja ganz charmant.

Glaubhafter

George Bernard Shaw

Es ist für mich ebenso leicht, zu glauben, dass das Weltall sich selber geschaffen hat, als dass ein Schöpfer des Weltalls sich selber schuf; – nein vielleicht sogar leichter; denn das Weltall existiert in sichtbarer Form und schafft sich selbst im Fortschreiten ständig neu, während ein Schöpfer dieses Weltalls eine Hypothese ist.

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